Sammlungsfotografen

Sebastian Köpcke + Volker Weinhold

Category: Allgemein (page 1 of 6)

Das Ende keiner Ära

Sang und klanglos nimmt heute Chris Dercon seinen Hut, der einige Nummern zu groß, in Berlin dennoch sehr in Mode war. So endet ein Schmierenstück, das politisch gewollt den Glanz der weiten Welt in die Hauptstadt tragen sollte und das nun als vorhersehbare Provinzposse bauchlandet. Ob Großflughafen, Weltpolitik oder eben das reale Theater, in Berlin ist alles großmäulige Behauptung in kleinkarierter geistiger Enge und am Ende immer ein teurer Flop. Immerhin, dieser Abgang hat Unterhaltungswert und auch manchem Ende wohnt ein Zauber inne. Der Volksbühne wünschen wir das Beste. Schlechter werden kann es kaum.

»Zum Fressen gern« in Schloss Corvey

Unsere fotografisch umfangreichste Ausstellung haben wir in Schloss Corvey eröffnet. Sie zeigt neben Stillleben und Portraits aus dem Benediktinerstift Admont auch Objektfotografien aus den Sammlungen der Forschungsstandorte des Senckenberg-Verbundes.

Auf die Leiter, fertig, los!

In der einstigen Bibliothek der Benediktiner Abtei Corvey hatten wir zwei Tage Zeit unsere Ausstellung aufzubauen. Auf der unteren Ebene zeigen wir die Stillleben aus dem Stift Admont. In der Galerie darüber zeigen wir zudem eine Auswahl unserer Fotos zu »Senckenbergs verborgene Schätze«, die uns das Museum aus Frankfurt/M. zur Verfügung stellte. Der Nebenraum blieb den Porträts aus Admont vorbehalten. Pünktlich zum Pressegespräch mit Viktor Herzog v. Ratibor und Museumsleiter Dr. Tiggesbäumker war alles fertig. Durch dichtes Schneegestöber machten wir uns auf den Heimweg.

»Mechanische Tierwelt« in Balingen

»Mechanische Tierwelt« in Coburg

Höchste Zeit

Eine kleine Schautafelausstellung im historischen Rathaus Friedrichshagen erzählt die Geschichte der alten Rathausuhr. Sebastian hatte dieses technische Wunderding vor einem Jahr bereits fotografisch in den Blick genommen. Diese Fotos dienten ihm nun für die Gestaltung von Palakt und Ausstellungstafeln.

Schöne Aussichten

Mit unserer Ausstellung »Zum Fressen gern« stehen uns im Jahr 2018 drei wunderbare Stationen bevor. Im Frühjahr sind wir auf Schloss Corvey zu Gast. In dem einstigen Benediktinerkloster, in dem Karl der Große mit dem Karolingischen Westwerk sichtbare Spuren hinterließ, bieten drei Ausstellungsräume reichlich Platz, so dass wir zusätzlich noch 20 großfromatige Fotografien aus unserer Bilderserie »Senckenbergs verborgene Schätze« präsentieren können. Das Frankfurter Naturmuseum hat uns seine Unterstützung bereits zugesagt. Es freut uns sehr, dass auch diese Fotos in einem neuen Kontext wieder ihr Publikum finden. Im Sommer geht es dann in den hohen Norden, in das Jagdschloss Gelbensande, nahe bei Rostock. Ein engagierter Förderverein unterhält das kleine Museum und sorgt für ein abwechslungsreiches Programm. Im Herbst geht es schließlich nach Schloss Rammenau. Zwischen Dreden und Görlitz gelegen, erwartet uns dort eine wunderbare Schlossanlage in barocker Pracht. Mehr Informationen: Schloss Corvey | Jagdschloss Gelbensande | Schloss Rammenau

Vom Wesen der Dinge

Seit 2016 sind wir immer wieder im Technischen Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern zu Gast, um in den Sammlungen zu fotografieren. In den verschiedenen Depots finden sich unterschiedlichste Objekte, Dinge des alltäglichen Lebens aus Haushalt, Schule und Arbeitswelt. Für uns ist es eine neue Herausforderung, mit der Kamera dem Wesen der Dinge auf den Grund zu gehen und zu schauen, was sie uns heute noch zu erzählen haben. Funktion, Gebrauchswert und ästhetische Qualität erlauben Rückschlüsse auf vergangene Zeiten. Nun sind wir damit beschäftigt, beauftragt vom Förderverein des Museum, aus all dem ein Buch zu gestalten, das noch im Jahr 2017 erscheinen wird.

Und auch der Himmel weinte

Es brennt der Wald im Abendrot
es blüht der Berg, wenn Sonne loht.
So brenn` auch ich, mich kühlt kein Wind,
ich suche dich bis ich dich find‘.

Mit diesen, vom Volksbühnenensemble gebrüllten, gesungenen und gegrölten Refrainzeilen des Liedes – Es brennt der Wald – der polnischen Band Rote Gitarren, endete in der Nacht vom ersten zum zweiten Juli die 25 jährige Ära unter dem Intendanten Frank Castorf. Eine streitbare und prägende Zeit fand ihr erzwungenes Ende. Die Buchstaben Ost auf dem Dach sind abgebaut, die Fahnen wurden eingeholt, das stählerne Räuberrad vor dem Haus ist verschwunden. Ein stimmungsvoller Abschied, begangen mit einem Volksfest und auch der Himmel weinte.

Unser Freund, der Berliner Kulturschaffende Jürgen Balitzki, hat über dieses Ende ein Feature gemacht (Regie: Holger Kuhla). »Demontage des Räuberrads – Castorfs langer Abschied von der Volksbühne« – zu hören am 21. Juli im Deutschlandfunk. Von uns dringend empfohlen.

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