Evolution statt Revolution

Die Uzin Utz AG ist ein welt­weit füh­ren­der Ent­wick­ler, Her­stel­ler und Kom­plett­an­bie­ter für Boden­sys­te­me für alle denk­ba­ren Anwen­dun­gen. Bau­fach­leu­te ver­trau­en seit Genera­tio­nen auf die Pro­duk­te der Ulmer Tra­di­ti­ons­fir­ma. Der Geschäfts­be­richt des bör­sen­no­tier­ten Fami­li­en­un­ter­neh­mens doku­men­tiert nicht nur nüch­tern den wirt­schaft­li­chen Erfolg in Zah­len und Tabel­len. In jedem Jahr bekommt ein Foto­künst­ler den Auf­trag, in frei­er Inter­pre­ta­ti­on die­sem Druck­werk einen eige­nen, neu­en und durch­aus sinn­li­chen Cha­rak­ter zu ver­lei­hen. Dank der Aus­stel­lung »Sachen gibt's – Muse­um in Umord­nung« im Muse­um Ulm fiel dies­mal der Blick auf uns. Wir ver­brach­ten ein arbeits­rei­ches Wochen­en­de in den Pro­duk­ti­ons­hal­len auf dem weit­läu­fi­gen Werk­ge­län­de. In dem hoch­tech­ni­sier­ten Indus­trie­be­trieb erscheint alles um eini­ge Num­mer grö­ßer. Täg­lich lau­fen gewal­ti­ge Men­gen an unter­schied­li­chen Bau­stof­fen vom Band. Allein mit einem Strah­ler fokus­sier­ten wir uns auf enge Aus­schnit­te, die unse­re Fotos als Ent­de­ckungs­rei­se in eine frem­de Welt erschei­nen las­sen und zugleich einen Hin­weis auf die hohe Kom­ple­xi­tät der tech­ni­schen Abläu­fe geben. Unse­re für­sorg­li­chen Auf­trag­ge­ber, Dr. Wer­ner Utz und sei­ne Frau Sabi­ne Gum, sorg­ten dafür, dass die­se Arbeit für uns auch zum Ver­gnü­gen wur­de. Dafür dan­ken wir sehr herz­lich.

Spätes Erwachen

Eigent­lich wäre die Aus­stel­lung bald zu Ende, kaum dass jemand Gele­gen­heit hat­te, sie zu sehen. So freu­en wir uns über die Mög­lich­keit der Ver­län­ge­rung bis zum 2. August 2020.

Heimarbeit

Muse­en sind geschlos­sen, Aus­stel­lun­gen abge­sagt, Kon­tak­te soll man mei­den. Schwe­re Zei­ten für rei­se­freu­di­ge Foto­gra­fen und Aus­stel­lungs­ma­cher. Wir las­sen sie nicht unge­nutzt ver­strei­chen und üben uns in der Betrach­tung von Din­gen, die ein jeder bei sich zu Hau­se fin­det, wie einem alten Obst­maß oder den eige­nen Holz­bau­stei­nen fer­ner Kin­der­ta­ge.

In voller Blüte

Nach­dem wir im ver­gan­ge­nen Jahr bereits alle 243 Wachs­früch­te in der Natur­his­to­ri­schen Samm­lung im Bene­dik­ti­ner­stift Admont auf­neh­men konn­ten, woll­ten wir nun, im Früh­jahr 2020, auch die pracht­vol­le Obst­blü­te in der Stei­er­mark foto­gra­fie­ren. Der Kampf gegen Coro­na mach­te uns lei­der einen Strich durch die Rech­nung. Immer­hin hat­te Vol­ker Glück, dass er sich wenigs­tens bis zum eige­nen Bau­ern­hof durch­schla­gen konn­te. Die hei­mat­li­che Obst­blü­te im son­ni­gen Bran­den­burg wur­de so zu einem ers­ten Pro­be­lauf. Weil wir aber die steie­ri­schen Obst­bäu­me zu allen Jah­res­zei­ten foto­gra­fie­ren wol­len, hof­fen wir auf ein Wie­der­se­hen in Admont noch in die­sem Jahr. Eine Buch­pu­bli­ka­ti­on mit dem Bene­dik­ti­ner­stift ist ange­dacht. Anhand der ein­zig­ar­ti­gen Wachs­mo­del­le des Pater Con­stan­tin Kel­ler möch­ten wir auf­zei­gen, wie viel­fäl­tig und weit­sich­tig der Obst­bau in der Mit­te des 19. Jahr­hun­derts betrie­ben wur­de, als von »Bio­di­ver­si­tät« und »Nach­hal­tig­keit« noch kei­ne Rede war. Mit wei­te­ren Part­nern sind wir vor Ort in guten Gesprä­chen. Der Natio­nal­park Gesäu­se und der Natur- und Geo­park Stei­ri­sche Eisen­wur­zen sei­en da genannt. Der Genuss­most­hof Veitlbau­er ist ein Exper­te im regio­na­len und bio­lo­gi­schen Anbau. So hof­fen wir, dass wir dort im nächs­ten Früh­jahr Gele­gen­heit haben, die Blü­ten­pracht ins Bild zu set­zen.

Eröffnung einer unsichtbaren Ausstellung

Anfang März lag Coro­na bereits in der Luft und das Hän­de­schüt­teln ver­schwand zuse­hends aus dem All­tag. Um so mehr hat es uns gefreut, dass so vie­le Kunst­sin­ni­ge zur Eröff­nung nach Schloss Mols­dorf kamen. Prof. Dr. Kai Uwe Schierz, der Direk­tor der Erfur­ter Kunst­mu­se­en, gab eine pro­fun­de Ein­füh­rung in das The­ma. Er spann­te dabei den Bogen von unse­rer Arbeit bis zu den spät­ba­ro­cken Still­le­ben des Erfur­ter Malers Jakob Samu­el Beck, von denen eini­ge im Schloss ihren Platz gefun­den haben. Mit ihrer vir­tuo­sen Vor­stel­lung am Flü­gel begeis­ter­te Maria Khok­hol­va das Publi­kum und auch unse­re Foto­gra­fi­en erhiel­ten viel Zuspruch. Dazu gab es erle­se­nen Wein, den auch dies­mal die Bene­dik­ti­ner aus Admont gestif­tet haben und im Foy­er des Schlos­ses fand eine baro­cke Hirsch­tro­phäe ihren Platz, die erst­mals die Muse­en des Stift Admont als Leih­ga­be zur Ver­fü­gung stell­ten. In den Vitri­nen des Muse­ums rich­te­ten wir aus eige­nen Bestän­den eine klei­ne Wun­der­kam­mer ein, die zusätz­lich das The­ma illus­trier­te. So eröff­ne­ten wir am 7. März 2020 eine rund­um gelun­ge­ne Aus­stel­lung. Weni­ge Tage spä­ter fiel das gan­ze Land in einen Dorn­rös­chen­schlaf. Wir hof­fen sehr, dass die Muse­en dar­aus bald wie­der erwa­chen kön­nen.


Peraudis Porträt

Rei­mund Per­au­di war ein glo­bal play­er des Mit­tel­al­ters. Als Ablass­kom­mis­sar der römi­schen Kurie reis­te er kreuz und quer durch Euro­pa und ver­kauf­te Erlö­sung und See­len­heil zur Finan­zie­rung gro­ßer Bau­vor­ha­ben und auch zur Mobi­li­sie­rung mili­tä­ri­scher Feld­zü­ge, um sich der Tür­ken zu erweh­ren. Der Augus­ti­ner­mönch aus La Rochel­le avan­cier­te zum Bischof von Gurk und starb im Jah­re 1505 auf Rei­sen als hoch­ver­ehr­ter Kar­di­nal im Augus­ti­ner­klos­ter in Viter­bo nahe Rom. Dort, in der Kir­che der Hei­li­gen Drei­fal­tig­keit, bot sich Gele­gen­heit, den schein­bar fried­lich schla­fen­den zu por­trä­tie­ren.

Taralli Caldi

Nea­pel ist heck­tisch, laut und schmut­zig und ein­fach eine wun­der­ba­re Stadt. Jeder Pflas­ter­stein atmet Geschich­te. Ver­schwen­de­ri­scher Luxus und schrei­en­de Armut leben zuwei­len Tür an Tür. Wenn die Stadt am Abend ein wenig zur Ruhe kommt, zieht es Anwoh­ner und Tou­ris­ten ans Meer und bei Tar­al­li Cal­di fin­det jeder, was er gera­de am drin­gends­ten braucht.

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